Nach einem Kopfstoss klagt jemand über Kopfschmerzen, Übelkeit und Benommenheit. Es wäre gefährlich, alle Beschwerden als „nur eine Gehirnerschütterung“ abzutun. Bei einer Gehirnerschütterung ist die Hirnfunktion nach einer Krafteinwirkung gestört. Manche Anzeichen können jedoch zusätzlich auf eine schwerere Kopf- oder Halsverletzung hinweisen.
Ein Warnzeichen beweist nicht, dass eine Gehirnerschütterung ausgeschlossen ist. Beides kann gleichzeitig bestehen. Die Warnzeichenliste von CDC HEADS UP beschreibt Situationen, in denen eine Notfallbeurteilung nötig ist.
Bei welchen Zeichen sofort handeln?
- Wiederholtes Erbrechen, zunehmende oder ungewöhnlich starke Kopfschmerzen, Krampfanfälle, zunehmende Verwirrtheit oder Schwierigkeiten, die Person zu wecken.
- Neue Schwäche oder Taubheit, Sprachstörungen, deutliche Koordinationsprobleme oder neu auftretende Doppelbilder.
- Ungleich grosse Pupillen, auffällige Verhaltensänderungen oder Bewusstlosigkeit mit ungewöhnlichem Verlauf.
Bei solchen Zeichen umgehend medizinische Hilfe holen. In der Schweiz ist die Ambulanz unter 144 erreichbar. Betroffene sollten nicht selbst fahren. Bei Verdacht auf eine Halsverletzung oder neurologische Ausfälle unnötige Bewegungen vermeiden und den Anweisungen des Rettungsdienstes folgen.
Welche Beschwerden können zu einer Gehirnerschütterung passen?
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, verlangsamtes Denken, Müdigkeit und Schlafveränderungen können auftreten. Bei Verdacht auf eine sportbezogene Gehirnerschütterung muss die Person sofort aus dem Spiel genommen und fachlich untersucht werden. Der Amsterdamer Konsens zur Sport-Gehirnerschütterung empfiehlt eine strukturierte Beurteilung und eine schrittweise Rückkehr zur Aktivität.
Einmalige Übelkeit ist nicht dasselbe wie wiederholtes Erbrechen. Beschwerden können sich aber in den Stunden nach dem Unfall verändern; neue oder zunehmende Symptome brauchen eine erneute Beurteilung. Wie sich die Gehirnfunktion nach dem Aufprall verändert, erläutern wir gesondert.
Was folgt nach dem Ausschluss akuter Gefahren?
Die klinische Untersuchung kann Beschwerden der Gehirnerschütterung sowie Nacken-, Augenbewegungs- und Gleichgewichtsprobleme erfassen. Relative Ruhe zu Beginn und die dosierte Rückkehr zu Schule, Arbeit und Sport müssen zum Alter und zur Situation passen. Lesen Sie, wie der physiotherapeutische Befund in Basel abläuft.
Wer wegen eines möglicherweise ernsthaften Symptoms unsicher ist, sollte umgehend medizinischen Rat einholen. Die Notfallabklärung geht einer Rehabilitationssitzung voraus. Bei anhaltenden Beschwerden nach medizinischer Beurteilung bietet die Gehirnerschütterungsrehabilitation in Basel weitere Unterstützung.
Häufige Fragen
Schliesst wiederholtes Erbrechen eine Gehirnerschütterung aus?
Nein. Wiederholtes Erbrechen ist nach einer Kopfverletzung ein Notfallzeichen. Gleichzeitig kann eine Gehirnerschütterung bestehen. Lassen Sie dies sofort beurteilen.
Sind neue Doppelbilder nach einem Kopfstoss normal?
Nein. Neu auftretende Doppelbilder erfordern eine dringende medizinische Abklärung, besonders zusammen mit anderen neurologischen Zeichen.
Kann eine Gehirnerschütterung ohne Bewusstlosigkeit auftreten?
Ja. Bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung die Person aus dem Sport nehmen und klinisch untersuchen lassen.


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